Msgr. Otto Mauer Preis 2023 an Belinda Kazeem-Kamiński

Der Otto Mauer Fonds vergibt den mit 11.000 Euro dotierten Preis heuer zum 43. Mal. Prämiert wird das gesamte bisherige Werk einer Künstlerin oder eines Künstlers unter 45 Jahren. Die diesjährige Preisträgerin ist die in Wien geborene, lebende und arbeitende Künstlerin Belinda Kazeem-Kamiński.

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Presseinformation Strike a pose Ausstellung Belinda Kazeem-Kamiński im JesuitenFoyer
Presseinformation Msgr. Otto Mauer Preis 2023
Kazeem-Kamiński Biographie
Künstlerisches Werk Kazeem-Kamiński

Informationen zu Belinda Kazeem-Kamiński
www.belindakazeem.com
www.wonnerthdejaco.com

Vom 12. Jänner bis 04. Februar 2024 zeigt die Msgr. Otto Mauer Preisträgerin 2023 Belinda Kazeem-Kamiński unter dem Titel Strike a Pose ausgewählte Arbeiten im JesuitenFoyer in der Bäckerstraße 18, 1010 Wien.

Belinda Kazeem-Kamiński. Strike a Pose
Eröffnung Donnerstag, 11. Jänner 2024, 18.00 Uhr
Ort JesuitenFoyer in der Bäckerstraße 18, 1010 Wien.
Dauer 12. Jänner bis 04. Februar 2024
Öffnungszeiten jeweils am Donnerstag und Freitag von 16 bis 18 Uhr, am Samstag von 11 bis 13 Uhr

Zu sehen sind die Videoprojektion Unearthing. In Conversation (2017), zwei Fotografien Schebestas Schatten (2017/2021) und Strike A Pose (2017-2021) sowie Dies ist sein Schatten (2024), eine Textarbeit, die eigens für die Ausstellung im JesuitenFoyer adaptiert wurde. Alle Arbeiten sind im Zuge von Recherchen der Künstlerin zu Paul Schebesta (1887–1967) erarbeitet worden.

Die Eröffnung findet am Donnerstag, den 11. Jänner 2024 um 18.00 Uhr statt. Zum Werk spricht Juryvorsitzender Pater Gustav Schörghofer SJ. Die Künstlerin wird anwesend sein.

Belinda Kazeem-Kamiński ist eine in Wien geborene, lebende und arbeitende bildende Künstlerin, Autorin und Forschende. Ihre Arbeiten werden oft von Erinnerungen und Archivmaterial inspiriert, insbesondere wendet sie sich damit Personen, Geschichten und Dingen zu, denen in offiziellen Narrationen keine Aufmerksamkeit geschenkt wird. Ihre Fotoserien, Videos, Filme und Installationen fungieren dabei immer auch als Räume für Begegnungen.

Verwurzelt in der Schwarzen feministischen Theorie hat Belinda Kazeem-Kamiński eine ästhetische Praxis entwickelt, die auf Forschung basiert und sich prozessorientiert mit der Situation und dem Leben von Afrikaner*innen und afrikanisch- diasporischen Personen befasst. Sie unterzieht Blickregime einer kritischen Untersuchung und dekodiert den kulturell- rassistischen Apparat, der dem fortdauernden System der Unterjochung und Ausbeutung von Schwarzen Personen zugrunde liegt. Auch wenn sie sich auf die Gewalt, die in Archiven, Museen und Büchern enthalten ist, konzentriert, bestehen ihre Arbeiten auch immer darauf, Wege des gegenseitigen Austauschs, der Fürsorge und des Imaginierens zu erschließen. Mit ihren konzeptuell-visuellen Strategien und fiktionalen Narrationen widmet sie sich dabei der politischen Aufgabe, Räume zu schaffen, in denen Vergangenheit bearbeitet, Zukunft imaginiert und Gegenwart untersucht werden kann. Mittels der Verknüpfung unterschiedlicher Räume und Zeiten widersetzt sie sich dabei der klaren Trennung zwischen Dokumentation und Spekulation. Ihre interdisziplinären Arbeiten wurden international und national ausgezeichnet.

10_Belinda Kazeem-Kamiński, Schebestas Schatten (2017/ 2021),
3 C-Drucke auf Papier, 9 x 13 cm, gerahmt,
Ausstellungsansicht Coalmine, Wintherthur, 2023 (Detail)
© Guadalupe Ruiz.

11_Belinda Kazeem-Kamiński,
Strike a Pose (2017–2021),
6 digitale C-Drucke auf Papier,
verschiedene Größen, gerahmt,
Ausstellungsansicht Kunsthalle Wien, 2021
© Kunstdokumentation,
Manuel Carreon Lopez

12_Belinda Kazeem-Kamiński,
Strike a Pose (2017–2021),
6 digitale C-Drucke auf Papier,
verschiedene Größen, gerahmt,
Ausstellungsansicht Kunsthalle Wien, 2021
© Kunstdokumentation,
Manuel Carreon Lopez

Im Rahmen der Videoprojektion Unearthing. In Conversation (2017) beschäftigt sich Belinda Kazeem-Kamiński kritisch mit den Fotografien Paul Joachim Schebestas (1887–1967) und thematisiert verschiedene Facetten des österreichischen kolonialen Erbes. Anfang des 20. Jahrhunderts unternimmt der österreichisch-tschechische Ethnograf, Missionar, Autor und Pädagoge in der heutigen Demokratischen Republik Kongo seine Forschungen und versucht nachzuweisen, dass der Monotheismus die Urform der Religion sei, der Polytheismus dagegen eine kulturelle Degenerations-Erscheinung darstelle. Um seine Thesen zu untermauern, fotografiert er die Bewohner*innen des Ituri Regenwaldes, er nimmt ihre Stimmen auf und verfasst Bücher, die er im deutschsprachigen Raum publiziert.

Mit Unearthing. In Conversation gelingt es Belinda Kazeem-Kamiński künstlerische und diskursive Methoden zu entwickeln, welche die der Repräsentation zugrundeliegende Strukturen, sowie die Politik des Sehens sichtbar machen und dabei deren inhärente Gewalt zum Vorschein bringen. Dabei verweist die Künstlerin auf Schebestas ambivalente Haltungen, sowohl gegenüber den Subjekten, die im Mittelpunkt seiner Forschungen stehen, als auch gegenüber der belgischen Kolonialverwaltung. In einem scheinbar leeren Kinosaal sitzend, spricht die Künstlerin, über den rassistischen Filter hinaus, mit den abgebildeten Menschen, denjenigen, deren Vorstellungen, Meinungen und Wissen im kolonialen Archiv undokumentiert bleiben. In ihrem Video wendet sie sich jedoch auch an das Publikum, dessen Blick ebenso wenig jemals niemals unschuldig war und ist. Mit Hilfe verschiedener visueller Strategien thematisiert Belinda Kazeem-Kamiński somit die Gewalt von Schebestas Fotografien und verhindert gleichzeitig einen voyeuristischen und unbeteiligten Blick der Zuseher*innen.

Seit 2017 war die Videoarbeit in verschiedenen Kunstinstitutionen wie u.a. im Ludwig Museum Budapest, mumok – Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien oder in der Kunsthalle Wien und im Rahmen des Fotofestivals Les Recontres d’Arles 2022, sowie auf internationalen Festivals wie u.a. auf der Diagonale in Graz, beim International Film Festival in Rotterdam, Vancouver Film Festival, European Media Art Festival in Osnabrück und dem Africa in Motion Film Festival in Glasgow zu sehen. Unearthing. In Conversation wird von sixpackfilm vertrieben und ist mittlerweile Teil der Sammlung des mumok – Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien, sowie der Sammlung von CNAP, Centre National des Arts Plastiques in Paris.

Schebestas Schatten (2017/ 2021) besteht aus drei Schwarz-Weiß-Fotografien im Postkartenformat, welche zum Teil mit einer blauen, gelben oder roten Farbfläche abgedeckt sind. Auf den unbedeckten Stellen der Originalfotos sind einige Schatten sichtbar, die auf die Körper und die Kleidung der fotografierten Personen geworfen werden; so zeichnet sich der verschwommene Umriss eines Doppelhuts ab – eigentlich sind es zwei übereinander gestapelte Hüte. Der Schatten scheint die unbeabsichtigte Signatur vom Autor des Fotos zu sein, Paul Schebesta (1887–1968). Tatsächlich befinden sich im Archiv der Österreichischen Nationalbibliothek Hunderte von Fotografien, die dem österreichisch-tschechischen Missionar, Autor, Pädagogen und Ethnografen zugeschrieben werden. Es sind Fotos, die er unter anderem von seinen Reisen in die heutige Demokratische Republik Kongo mitgebracht hat. Gezeigt werden größtenteils Menschen, denen er begegnete, die er beobachtete und in inszenierten Szenen ablichtete, um sie als die Verkörperung des „Anderen“ darzustellen, was letztlich das westliche rassistische Kolonialnarrativ nährte. Diesen Zielen folgend, zeigen die Fotos den Fotografen selbst nur in geringerem Maß. Paul Schebesta war sich wahrscheinlich des Vorteils seiner Abwesenheit bewusst. Diese ermöglichte es ihm, als eine Art unsichtbarer Schöpfer in Erscheinung zu treten. Auf einigen wenigen Fotos ist er aber zu sehen, oder zumindest sein Schatten. Es sind genau diese Fotos, die Belinda Kazeem-Kamiński in ihr Werk aufgenommen hat. Durch ihre Entscheidung, sich auf ein kleines, aber grundlegendes Detail zu konzentrieren, nämlich auf den Schatten, den der Hut/die Hüte und der Körper des kolonialen Fotografen werfen, verwandelt die Künstlerin das Unsichtbare in das Sichtbare und vice versa: Der unsichtbare Autor wird sichtbar gemacht, während die hypervisibilisierten Modelle durch ihre vorübergehende Unsichtbarkeit Schutz erhalten.

Strike a Pose (2017–2021) reflektiert eine bestimmte Pose, die der Künstlerin bei ihrer Recherche mehrmals begegnet ist, nämlich der ausgestreckte Arm (hauptsächlich war es der Arm des Ethnografen). Die Pose symbolisiert ein kolonialistisches Repräsentationssystem, welches auf der Klassifizierung, Unterwerfung und Objektifizierung von Menschen beruht, und ist somit ein Symbol für ungleiche Beziehungen und Machtgefälle. Durch die Intervention der Künstlerin, die als „Andere“ dargestellten Personen mit Farbflächen zu bedecken, betonen die Fotografien nun die Haltung des Ethnografen; ursprünglich war dieser neben den anderen Personen als übertrieben groß abgebildet, doch jetzt zeigt seine autoritative Geste ins Leere.

Weitere Einzelpräsentationen in Wien
Nach der Präsentation einer raumumfassenden Installation, bestehend aus den Videoarbeiten Respire (Liverpool) (2023), Openings (Red, Black, and Green) (2023) und dem Audiotrack Keep On Keepin’ On (for Nile) (2023) auf der diesjährigen Liverpool Biennal 2023 ist Belinda Kazeem-Kamińskis Werk vom 31. Januar bis 20. April 2024 bei Phileas – The Austrian Office of Contemporary Art in Wien zu sehen.

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Georg Prantl, Nikolaus Krasa, Belinda Kazeem-Kaminski, Gustav Schörghofer (v.l.n.r.)
Foto: © kathbild.at / Franz Josef Rupprecht

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Nikolaus Krasa, Belinda Kazeem-Kaminski, Georg Prantl (v.l.n.r.)
Foto: © kathbild.at / Franz Josef Rupprecht

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Nikolaus Krasa, Belinda Kazeem-Kaminski, Georg Prantl (v.l.n.r.)
Foto: © kathbild.at / Franz Josef Rupprecht

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Nikolaus Krasa, Belinda Kazeem-Kaminski, Georg Prantl (v.l.n.r.)
Foto: © kathbild.at / Franz Josef Rupprecht

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Belinda Kazeem-Kaminski, Johanna Schwanberg (v.l.n.r.)
Foto: © kathbild.at / Franz Josef Rupprecht

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Belinda Kazeem-Kamiński
Portrait
Foto: © Abiona Esther Ojo

Preisverleihung
Der Msgr. Otto Mauer Preis 2023 wird von Dr. Nikolaus Krasa, Generalvikar der Erzdiözese Wien, am Donnerstag, den 23. November 2023 um 19.30 Uhr in den Festräumen des Erzbischöflichen Palais, Wollzeile 2, 1010 Wien an Belinda Kazeem-Kamiński übergeben. Der Vorsitzende der Jury P. Dr. Gustav Schörghofer SJ wird die Preisträgerin vorstellen.
Die Teilnahme an der Preisverleihung ist ausschließlich nach vorheriger verbindlicher Anmeldung unter werner@kunstpresse.at oder für Interessiere unter office@otto-mauer-fonds.at möglich.

Der Preis ist mit € 11.000 dotiert und mit einer Ausstellung im JesuitenFoyer verbunden. Im Interesse der Fortführung der Sammlung Otto Mauer im Dom Museum Wien kauft der Otto Mauer Fonds eine repräsentative Arbeit der Preisträgerin an. Im Vorjahr hat der Otto Mauer Fonds das Höchstalter für Bewerber:innen zum Msgr. Otto Mauer-Preis für bildende Kunst auf 45 Jahre angehoben und trägt damit längeren Ausbildungswegen und etwaigen Karenzzeiten Rechnung.
In diesem Jahr haben sich 166 Künstlerinnen und Künstler für den Msgr. Otto Mauer-Preis für bildende Kunst beworben.

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Belinda Kazeem-Kamiński
Unearthing. In Conversation, 2017
Still: © Belinda Kazeem-Kaminski

Begründung der Jury
Die Jury des Msgr. Otto Mauer Preises für bildende Kunst 2023, bestehend aus Sabine Folie (Direktorin, Kunstsammlungen der Akademie der bildenden Künste Wien), Rainer Fuchs (Chefkurator und stellvertretender Direktor mumok Wien), Katrin Hornek (Künstlerin, Msgr. Otto Mauer Preisträgerin 2021), Almut Rink (Künstlerin), Johanna Schwanberg (Direktorin, Dom Museum Wien) und Pater Gustav Schörghofer SJ entschied, den diesjährigen Msgr. Otto Mauer Preis für bildende Kunst Belinda Kazeem-Kamiński zuzuerkennen.

„Belinda Kazeem-Kamiński setzt sich als Künstlerin und Theoretikerin auf inhaltlich wie formal überzeugende Weise kritisch engagiert mit Fragen der kolonialen Vergangenheit und deren rassistischen Aspekten auseinander. In ihren Fotografien, Filmen und installativen Arbeiten thematisiert sie Gewalterfahrungen und weist auch aus der Perspektive von Schwarzen Menschen in der Diaspora auf Traumata der kolonialen Geschichte hin. Dabei erörtert sie auf der Grundlage Schwarzer feministischer Theorie Wirkungszusammenhänge zwischen Vergangenheit und Gegenwart.

Ausgangspunkt für viele ihrer Arbeiten ist eine intensive Recherche in den Archiven der kanonisierten Geschichtsschreibung, in deren Lücken und Auslassungen sie einen Möglichkeitsraum für Neues imaginiert.
Auch in ihrer Arbeit als Autorin und Wissenschaftlerin analysiert sie polarisierende Sichtweisen und setzt diesen dialogischen Perspektiven in Gestalt der Verknüpfung von Dokumentation und Fiktion entgegen. Besonders überzeugte die Jury, dass Belinda Kazeem-Kamiński relevanten gesellschaftlichen Fragestellungen einen unverkennbaren und ästhetisch präzisen Ausdruck verleiht.“

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Belinda Kazeem-Kamiński
Unearthing. In Conversation, 2017
Still: © Belinda Kazeem-Kaminski

Ausstellung im JesuitenFoyer
Vom 12. Jänner bis 4. Februar 2024 zeigt die Msgr. Otto Mauer Preisträgerin 2023 Belinda Kazeem-Kamiński. ausgewählte Arbeiten im JesuitenFoyer in der Bäckerstraße 18, 1010 Wien.
Die Eröffnung findet am Donnerstag, den 11. Jänner 2024 um 18.00 Uhr statt. Öffnungszeiten jeweils am Donnerstag und Freitag in der Zeit von 16 bis 18 Uhr und am Samstag in der Zeit von 11 bis 13 Uhr. Eintritt frei.

Einzelpräsentationen und Ausstellungsbeteiligungen
Im Rahmen der Gruppenausstellung Never Cross The Same River Twice ist von 09. Oktober bis 08. Dezember 2023 Belinda Kazeem-Kamińskis Videoprojektion Unearthing. In Conversation (2017) im Troy House in London zu sehen.

Nach der Präsentation einer raumumfassenden Installation, bestehend aus den Videoarbeiten Respire (Liverpool) (2023), Openings (Red, Black, and Green) (2023) und dem Audiotrack Keep On Keepin’ On (for Nile) (2023) auf der diesjährigen Liverpool Biennal 2023 ist Belinda Kazeem-Kamińskis Werk –vom 31. Januar bis 20. April 2024 bei Phileas – The Austrian Office of Contemporary Art in Wien – zu sehen.

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Belinda Kazeem-Kamiński
Ashantee, edited, 2017 – 2021
Foto: © David Avazzadeh

Bisherige Preisträger:innen
Seit 1981 verleiht der Otto Mauer Fonds der Erzdiözese Wien den Msgr. Otto Mauer Preis für bildende Kunst. Der Fonds wurde von Kardinal Dr. Franz König und dem Erben Msgr. Otto Mauers, Prälat Dr. Karl Strobl, gegründet. Aufgabe der Einrichtung ist es, das besondere Anliegen von Monsignore Otto Mauer, den Dialog zwischen Kirche, Kunst und Wissenschaft lebendig zu halten und weiterzuführen.

Folgende Künstler:innen haben den Msgr. Otto Mauer Preis für bildende Kunst erhalten:
Alfred Klinkan (1981), Gottfried Mairwöger (1982), Erwin Bohatsch (1983), Erwin Wurm (1984), Gunter Damisch (1985), Franz West (1986), Gustav Troger (1987), Peter Kogler (1988), Brigitte Kowanz (1989), Christoph Luger (1990), Martin Walde (1991), Lois Renner (1992), Heimo Zobernig (1993), Tobias Pils (1994), Maria Hahnenkamp (1995), Otto Zitko (1996), Aglaia Konrad (1997), Gregor Zivic (1998), Manfred Erjautz (1999), Florian Pumhösl (2000), Michael Kienzer (2001), Dorit Margreiter (2002), Simon Wachsmuth (2003), Esther Stocker (2004), Jun Yang (2005), Bernhard Fruehwirth (2006), Ursula Mayer (2007), Isa Rosenberger (2008), Siggi Hofer (2009), Katrina Daschner (2010), Kamen Stoyanov (2011), Ralo Mayer (2012), Luisa Kasalicky (2013) Nilbar Güreş (2014), Catrin Bolt (2015), Andreas Fogarasi (2016), Toni Schmale (2017), Anna Witt (2018), Alfredo Barsuglia (2019), Barbara Kapusta (2020), Katrin Hornek (2021) und Maruša Sagadin (2022).

In den vergangenen 43 Jahren waren insgesamt rund 100 prominente Vertreter:innen aus dem zeitgenössischen Kunstbereich – Künstler:innen, Kurator:innen, Museumsdirektor:innen und Journalist:innen – in der alljährlich wechselnden Jury vertreten.

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Belinda Kazeem-Kamiński
In Remembrance to the man who became known as
Angelo Soliman, (ante mortem) I and (post mortem) II, 2015
Still: © Belinda Kazeem-Kamiński

Otto Mauer Fonds Projektförderung 2023
Neben der jährlichen Vergabe des Msgr. Otto Mauer Preises fließt der weitaus größte Teil der Mittel des Otto Mauer Fonds in Projektförderungen in den Bereichen bildende Kunst, Film, Musik, Theater, Wissenschaft und Erwachsenenbildung. 2023 waren dies u.a. folgende Projekte:

Der Otto Mauer Fonds förderte die Film Gazette „Was ist denn los?“ über die Künstlerin Gertie Fröhlich, die mit Msgr. Otto Mauer arbeitete und ihn in Kontakt mit den zeitgenössischen Kunstschaffenden der Wiener Avantgarde brachte und den Weg für die Galerie nächst St. Stephan ebnete.

Finanzielle Unterstützung durch den Otto Mauer Fonds erhielten das Denkmalprojekt „5 vor 12 – unerhörter Widerstand“ am OK-Platz in Linz, von Mariel Rodriguez und Sabrina Kern, das widerständige Frauen öffentlich hörbar macht sowie das „Digital Holocaust-Memorial“, eine digitale Plattform mit europäischer Ausrichtung zur partizipativen Holocaust Erinnerung der Sigmund Freud Privatuniversität Wien. Weiters die Installation „Ex-voto“ in welcher die portugiesische Künstlerin Ana de Almeida mit aus der Ukraine stammenden Künstlerin Valeria Pechenaya und der Kulturwissenschaftlerin Olena Khoroshylova Votivgaben versucht, um Erfahrungen der von der Gewalt des Krieges Betroffenen nahe zu kommen.

Geförderte Ausstellungen im Jahr 2023 waren die Dialogausstellung „Between Light & Shadow“ von Michaela Putz und Hessam Samavatian in der Bellart Gallery, die Ausstellung „Encounters“ von Kay Walkowiak und Natalia Dominguez Rangel sowie eine fünfteilige Ausstellungsreihe im SINK Vienna.

Der Otto Mauer Fonds unterstützte die Drucklegung der Werkkataloge von Julia Bugram, Anna Khodorkovskaya, Bianca Lugmayr und Anna Paul sowie die Künstlerinnenbücher von Laura Sperl und Lisa Begere. Weiters die Publikation von Msgr. Otto Mauer Preisträger Ralo Mayer zur Verbindung von Weltraum und Erde und den Katalog „Asking the trees“ von Annelies Senfter der als Herbarium aus Parks und Gärten, die in der NS -Zeit enteignet wurden, Fragen der Heimat und des Verlusts von Heimat aus politischen Gründen thematisiert. Außerdem erhielten Caroline Heider und Natalie Neumaier für ihre nächsten Buchprojekte jeweils eine Zusage seitens des Otto Mauer Fonds.

Im Bereich Film förderte der Otto Mauer Fonds die filmische Dokumentation der Sterbebegleiter:in „Rauschende Stille“ von Philipp Hafner, „Becoming outline“ von Miriam Bajtala, den experimentellen Kurzfilm „Der Schlund“ von Elias Rauchenberger, das Projekt „Institutionen verstehen. Die Geschichte und Bedeutung von Museen im Film sowie Film-Institutionen in Wien“ von Konstantina Hornek und Iris Oke sowie den Dokumentarfilm „Ans Ende der Welt“ von Stephan Herzog über den österreichischen Komponisten Victor Urbacic, der 1938 nach Island geflohen war und die dortige Musikszene beeinflusste.

Die Konzertreihen „Out of the world“ der Alma Mahler Philharmonie und „moquette“ in der Konzilsgedächtniskirche Lainz-Speising wurden ebenso durch den Otto Mauer Fonds mitfinanziert, wie die Eröffnungsfeier der „Westbahnstudios“ und das Theaterprojekt „RUBADO – Theater mit Menschen mit Ausgrenzungserfahrungen“ von „Kreativ am Werk“ von Christian Suchy.

Eine Projektförderung seitens des Otto Mauer Fonds haben außerdem erhalten: Navina Neverla für „Volatile moments for a different future”, das Projekt „Ice Harmonica“ von Claudia Märzendorfer, „Times“ von Karin Fisslthaler, „Eingebunden“ von Anja Nowak, „To the people“ von Peter Fritzenwallner, das multimediale Archiv „das fehlende Wortschatz“ von Luz Olivares Capelle sowie das interdisziplinäre Kulturprojekt, Community-Projekt gegen den Krieg „Frühstück mit Kassandra 23“.

In der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses wurde im Jahr 2023 die interdisziplinäre Sommerakademie „Chaos & Ordnung“ der Studienstiftung PRO SCIENTIA finanziell unterstützt sowie im wissenschaftlichen Bereich das Forum St. Stephan in der Gesprächswoche „Die Rolle der Wissenschaft in Zeiten des Umbruchs“ und die Studientagung „Friedensraum Kalvarienberg: Von der Leidensgeschichte zur Lebensgeschichte“ zum Kalvarienberg in Bad Ischl.

Die einzelnen Projekte wurden mit 500 bis 10.000 Euro teilfinanziert.

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Belinda Kazeem-Kamiński
The Letter, 2019
Still: © Belinda Kazeem-Kamiński

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Belinda Kazeem-Kamiński
The Letter, 2019
Still: © Belinda Kazeem-Kamiński

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Belinda Kazeem-Kamiński
Untitled, K.T.C.I., 2022
Still: © Belinda Kazeem-Kamiński

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Belinda Kazeem-Kamiński
Belinda Kazeem-Kamiński, Kunsthalle Wien, 2021/2022
Ausstellungsansicht
Foto: © www.kunst-dokumentation.com

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Belinda Kazeem-Kamiński
Seven Scenes, Camera Austria, Graz, 2022
Ausstellungsansicht
Foto: © Markus Krottendorfer

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Belinda Kazeem-Kamiński
Respire (Liverpool), Liverpool Biennial 2023
Ausstellungsansicht, Foto: © Mark Nulty

Organisation
Otto Mauer Fonds
MMag. Lisa Simmel MA, Geschäftsführerin
Währinger Straße 2–4, 1090 Wien
T 0043 1 51 552 DW 5103
E office@otto-mauer-fonds.at

Presse
Christina Werner
T 0043 1 524 96 46 DW 22
E werner@kunstpresse.at

Archiv
Preisträgerin 2022 MARUSA SAGADIN

*Preisträgerin 2021 KATRIN HORNEK* *Preisträgerin 2020 BARBARA KAPUSTA* *Preisträger 2019 ALFREDO BARSUGLIA* *Preisträgerin 2018 ANNA WITT* *Preisträgerin 2017 TONI SCHMALE* *Preisträger 2016 ANDREAS FOGARASI* *Preisträgerin 2015 CATRIN BOLT* *Preisträgerin 2014 NILBAR GÜRES* *Preisträgerin 2013 LUISA KASALICKY* *Preisträger 2012 RALO MAYER*