Msgr. Otto Mauer Preis 2013 an LUISA KASALICKY

(Wien, 20. November 2013) Der Otto Mauer Fonds vergibt die mit 11.000 Euro dotierte Auszeichnung heuer zum 33. Mal. Prämiert wird das gesamte bisherige Werk einer Künstlerin oder eines Künstlers unter 40 Jahren. Diesjährige Preisträgerin ist die in Prag geborene, derzeit in Wien lebende und arbeitende Künstlerin Luisa Kasalicky.

Preisverleihung
Der Preis wurde von Erzbischof Kardinal Dr. Christoph Schönborn OP am Mittwoch, den 4. Dezember 2013, um 19.30 Uhr in den Festräumen des Erzbischöflichen Palais, Wollzeile 2, 1010 Wien, an Luisa Kasalicky verliehen.

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Presseinformation
Biografie Luisa Kasalicky
Künstlerisches Werk Luisa Kasalicky

Msgr. Otto Mauer Preis 2013
v.l.n.r.: Kardinal Christoph Schönborn, Luisa Kasalicky
Foto: kathbild.at / Rupprecht

Im Rahmen der Berichterstattung zur MSGR. OTTO MAUER-PREISTRÄGERIN 2013 ist das Fotomaterial honorarfrei verwendbar. Durch Klicken auf die Bilder gelangen Sie zu den Fotos in Originalgröße.

Ausstellungseröffnung:
Donnerstag, 5. Dezember 2013 um 19.30 Uhr
JesuitenFoyer, Bäckerstraße 18, 1010 Wien

Im Rahmen der Eröffnung präsentiert die Künstlerin auch ihren jüngsten Katalog, der anlässlich der Ausstellung „Intro: desiderio“ (19. Oktober – 02. Februar 2014) im LENTOS Kunstmuseum Linz publiziert wurde.

Öffnungszeiten: Montag und Dienstag 16.00 – 19.00 sowie
Sonntag und an Feiertagen 12.00 – 13.00
oder nach telefonischer Vereinbarung +43/1/512 5232-0
Zwischen 24. Dezember und 5. Jänner bleibt die Ausstellung geschlossen.
Ausstellungsdauer: 8. Dezember 2013 bis 26. Jänner 2014
Der Eintritt ist frei.

Msgr. Otto Mauer Preis 2013
v.l.n.r.: Kardinal Christoph Schönborn, Luisa Kasalicky
Foto: kathbild.at / Rupprecht

Begründung der Jury
Die diesjährige Jury des Msgr. Otto Mauer Preises, bestehend aus Hildegund Amanshauser, Siggi Hofer, Johanna Kandl, Gustav Schörghofer und Johanna Schwanberg, entschied, den Preis Luisa Kasalicky zuzuerkennen.

„In ihrer Kunst geht Luisa Kasalicky von der Malerei aus. Doch schon sehr früh findet sich bei ihr, in Arbeiten aus dem Jahr ihres Diploms 2004, die Erweiterung der Malerei als einer Kunst der Fläche ins Räumliche. Malereien und Zeichnungen von Luisa Kasalicky schaffen illusionäre Räume für das Zusammentreffen der disparatesten Gebilde. Es finden sich Anklänge an Barockes, ein traumartiges Miteinander von Bruchstücken fremdartiger Wirklichkeiten. Für ihre Erweiterung dieser Bildwelten ins real Räumliche verzichtet Kasalicky auf Abbildung und verändert vollständig den Charakter des Erzählerischen, das beide Bereiche ihrer Kunst, das Arbeiten in der Fläche und das Arbeiten im Raum auszeichnet. Erzählerisch ist ihre Kunst allerdings nicht, indem sie einem Betrachter fertige Geschichten vor Augen führt. Betrachterin und Betrachter werden als kreativ Mitwirkende herausgefordert, sie müssen die Geschichte aus den gebotenen Andeutungen selber erdichten. Als Material für diese Andeutungen verwendet Kasalicky in ihren Installationen sehr einfache Dinge, die dem Angebot eines Baumarkts entnommen scheinen. Sowohl die Farbe als auch die stofflichen Eigenschaften des Materials spielen in der Gestaltung der kleineren und größeren Installationen eine bedeutende Rolle. Malerei präsentiert sich als plastische Gestalt. Doch nicht durch pastosen Auftrag der Farben, sondern durch das Arrangieren von industriell gefertigtem Baumaterial. Das kann mitunter drastisch und grell wirken, mitunter aber auch sehr leise und reduziert, wie sich besonders im Umgang mit Dachpappe zeigt. Inhaltlich betrachtet ist die Kunst von Luisa Kasalicky ein Lobgesang auf den Zauber des Einfachen.
Mit ihrer Kunst hat Luisa Kasalicky über die Jahre ein in Österreich einzigartiges und auch international herausragendes Werk geschaffen. Sie hat auf sehr vielfältige Weise einen Raum gestaltet, den eine immer wirksame Kraft der Transformation durchwirkt. Transformation des Malerischen ins Skulpturale, der Raumillusion in den realen Raum, des Raumkontinuums ins Diskontinuierliche, des Erzählflusses in stammelndes Andenken, des Vertrauten in Befremdendes, der traditionellen Verfahrensweisen in ein spielerisches Experimentieren. Ein feiner Witz, ein Hauch von Humor durchweht diese eigenartigen Welten.“

Msgr. Otto Mauer Preis 2013
v.l.n.r.: v.l.n.r.: Gustav Schörghofer, Kardinal Christoph Schönborn, Luisa Kasalicky, Georg Prantl
Foto: kathbild.at / Rupprecht

Seit 1981 verleiht der Otto Mauer Fonds der Erzdiözese Wien den Msgr. Otto Mauer Preis für bildende Kunst. Der Fonds wurde von Kardinal Dr. Franz König und dem Erben Msgr. Otto Mauers, Prälat Dr. Karl Strobl, gegründet. Aufgabe der Einrichtung ist es, das besondere Anliegen von Monsignore Otto Mauer, den Dialog zwischen Kirche, Kunst und Wissenschaft lebendig zu halten und weiterzuführen.

In den vergangenen 33 Jahren waren insgesamt rund 90 prominente VertreterInnen aus dem zeitgenössischen Kunstbereich – KünstlerInnen, KuratorInnen, MuseumsdirektorInnen und JournalistInnen – in der alljährlich wechselnden Jury vertreten.

Folgende KünstlerInnen haben den Msgr. Otto Mauer Preis für bildende Kunst erhalten:
Alfred Klinkan (1981), Gottfried Mairwöger (1982), Erwin Bohatsch (1983), Erwin Wurm (1984), Gunter Damisch (1985), Franz West (1986), Gustav Troger (1987), Peter Kogler (1988), Brigitte Kowanz (1989), Christoph Luger (1990), Martin Walde (1991), Lois Renner (1992), Heimo Zobernig (1993), Tobias Pils (1994), Maria Hahnenkamp (1995), Otto Zitko (1996), Aglaia Konrad (1997), Gregor Zivic (1998), Manfred Erjautz (1999), Florian Pumhösl (2000), Michael Kienzer (2001), Dorit Margreiter (2002), Simon Wachsmuth (2003), Esther Stocker (2004), Jun Yang (2005), Bernhard Fruehwirth (2006), Ursula Mayer (2007), Isa Rosenberger (2008), Siggi Hofer (2009), Katrina Daschner (2010), Kamen Stoyanov (2011) und Ralo Mayer (2012).

Msgr. Otto Mauer Preis 2013
v.l.n.r.: Kardinal Christoph Schönborn, Luisa Kasalicky
Foto: kathbild.at / Rupprecht

Projektförderung des Otto Mauer Fonds
Neben der jährlichen Vergabe des Msgr. Otto Mauer Preises fließt der weitaus größte Teil der Mittel des Otto Mauer Fonds in Projektförderungen in den Bereichen bildende Kunst, Musik, Theater, Wissenschaft, Erziehung und Erwachsenenbildung. 2013 wurden u.a. folgende Projekte von Otto Mauer Fonds unterstützt:

Für ihre Publikationen erhielten Kozek Hörlonski („Crisscross oder Langzeitstabilität durch regelmäßig Nullpunkteinstellung“), Werner Feiersinger („Chandigarh 2013“), Sascha Reichstein („Daily Production“), Doris Krüger & Walter Pardeller („Aesthetic Basic Chronicle Vol.1“) und Maria Hahnenkamp eine finanzielle Unterstützung durch den Otto Mauer Fonds, ebenso das Buch „*Agenda Menschenrechte*. Notizen zum politischen Prozeß“ mit Zeichnungen von Bogdan Bogdanovic.

Der Otto Mauer Fonds beteiligt sich finanziell an den Filmprojekten von Oliver Ressler (Arbeitstitel „Plünderung“), Marlies Pöschl, die in ihrem Kurzfilm „Simili“ Fragen nach der Herstellung von (sprachlicher) Identität und Gruppenzusammengehörigkeit aufgreift und der Kurzspielfilm „Schwitzen“ von Iris Blauensteiner, Caroline Steinbrecher, Daniela Praher u.a. über das Erwachsenwerden an der Peripherie.

Die Komposition „Judith“ von Judith Unterpertinger für Stimme, Fagott, Viola da Gambe, Clavichord und Video wurden ebenso gefördert, wie „Nachhall“, ein Raumkonzert für die außergewöhnliche Akustik der Kirche St. Theresia in Linz, des Ensembles Ritornell von Richard Eigner und der Konzertzyklus „Orgel Plus 2013“ in der Domkirche St. Pölten.

Elisabeth Altenburg, Carola Dertnig, Roland Kollnitz und Heike Schäfer waren in diesem Jahr eingeladen, für die „Zacherlfabrik“ Werke zu schaffen, der Otto Mauer Fonds unterstützte die Ausstellungen und Konzerte.

„Halkyonische Tage“, eine Gruppenausstellung von Cornelia Dorfer, Teresa Fellinger, Herwig Kerschner und Evalie Wagner in der Martin-Luther-Kirche in Linz und die Veranstaltungsreihe „Arche am Grundlsee“ wurden 2013 ebenfalls unterstützt.

In der Fastenzeit förderte der Otto Mauer Fonds die Raum-Klang-Licht-Installation „Die Vierhundertzwanzig Kinder“ in der Krypta der Linzer Ursulinenkirche und das Fastentuch „Sternennebel“ von Caroline Heider für die Stadtpfarrkirche Eferding.

Im Bereich der Neugestaltung von Kirchenräumen wurde die Neugestaltung der Kapelle im Wiener Hanuschkrankenhaus als kreisrunden Communio-Raum von Leo Zogmayer und die künstlerische Neugestaltung der Pfarre Heiligenberg (OÖ) des Künstlerduos Elisabeth Kramer/Simon Hipfl finanziell unterstützt.

Für ihre nächsten Projekte konnten Anna Ceeh & Iv Toshian, Siegfried A. Fruhauf, Franz Koppelstätter, Roman Pfeffer sowie Esther Strauß Zusagen gemacht werden.

Im wissenschaftlichen Bereich wurden die interdisziplinäre Sommerakademie des Österreichischen Studienförderungswerks PRO SCIENTIA zum Thema „Revolution“, die Gesprächswoche des Forums St. Stephan „Utopien“ und die Herausgabe des Tagungsbandes „Das Autonome Subjekt?“ gefördert.

Die einzelnen Projekte wurden mit 500 bis 15.000 Euro teilfinanziert.

Organisation
Otto Mauer Fonds
MMag. Lisa Simmel, Geschäftsführerin
Währinger Straße 2–4, 1090 Wien
T 0043 1 51 552 DW 5103
E office@otto-mauer-fonds.at

Information www.otto-mauer-fonds.at

Presse
Mag. Christina Werner
w.hoch.2wei, Kulturelles Projektmanagement
Breite Gasse 17/4, Wien 7
T 0043 1 524 96 46 DW 22
F 0043 1 524 96 32
E werner@kunstnet.at

Weitere Informationen zu Luisa Kasalicky

Luisa Kasalicky
o. T., 2013
Pigment, Dachpappe gestanzt
380 x 1100 cm
Ausstellungsansicht: Lentos, Kunstmuseum Linz
Courtesy: Luisa Kasalicky
Foto: Stefanie Schwarzwimmer

Luisa Kasalicky
Frontispiz: Juxtaposition 2013
Ausstellungsansicht: Burgkapelle im MMKK, Museum moderner Kunst Kärnten, Klagenfurt
Foto: Ferdinand Neumüller

Luisa Kasalicky
heraldic modernism, 2012
Holz, Metall, Leder, Wachs, Putz, Polysterol, Blei, Sand, Kleber, Kordel, Karton, Klebespachtel, Designplatte, Leinöl, Dachpappe gestanzt, Bitumen, Farbe
355 x 190 cm
Courtesy Sammlung Kunstmuseum LENTOS
Foto: Christopher Steinweber

Luisa Kasalicky
Intro 2013
Pigment auf Dispersion
380 x 1100 cm
Ausstellungsansicht: Lentos, Kunstmuseum Linz
Foto: Stefanie Schwarzwimmer

Luisa Kasalicky
Intro: desiderio 2013
Ausstellungsansicht: Lentos, Kunstmuseum Linz
Foto: maschekS.

Luisa Kasalicky
Intro: desiderio (Detailansicht) 2013
Ausstellungsansicht: Lentos, Kunstmuseum Linz
Foto: maschekS.

Luisa Kasalicky
Intro: desiderio (Detailansicht) 2013
Ausstellungsansicht: Lentos, Kunstmuseum Linz
Foto: maschekS.

Luisa Kasalicky
Intro: desiderio (Detailansicht) 2013
Ausstellungsansicht: Lentos, Kunstmuseum Linz
Foto: maschekS.

Luisa Kasalicky
Intro, Skizze 2013
Pigment auf Textil
260 x 600 cm
Courtesy Luisa Kasalicky
Foto: Christopher Steinweber

Luisa Kasalicky
links: o.T., 2012
Holz, Holzlasur, Lederimitat, Nägel
66,5 x 62 x 2,5 cm
Courtesy Galerie nächst St. Stephan, Rosemarie Schwarzwälder, Wien
Foto: Christopher Steinweber
rechts: o.T.,2012
Fliesen, Metallack, Designerplatte, Holz
59 x 71,5 x 3,5 cm
Privatsammlung Washington DC, USA
Foto: Christopher Steinweber

Luisa Kasalicky
Ohne Titel, 2012
Gips, Ytong, Holz, Spiegelglas 2-teilig
26 x 68 x 32 cm, 26 x 10 x 11,5 cm, gesamt 52 x 68 x 32 cm
Courtesy Galerie nächst St. Stephan, Rosemarie Schwarzwälder, Wien
Foto: Christopher Steinweber

Luisa Kasalicky
o.T. 2013
Fotomontage
40 x 27cm
Courtesy Luisa Kasalicky
Foto: Klemens Kohlweis

Luisa Kasalicky
1928, (1), 2013
Tempera, Öl auf Leinwand
170 x 149 cm
Courtesy: Galerie nächst St. Stephan, Rosemarie Schwarzwälder, Wien
Foto: Stefanie Schwarzwimmer

Luisa Kasalicky
1928, (2), 2013
Tempera, Öl auf Leinwand
170 x 149 cm
Courtesy: Galerie nächst St. Stephan, Rosemarie Schwarzwälder, Wien
Foto: Stefanie Schwarzwimmer

Luisa Kasalicky
1928, (3), 2013
Tempera, Öl auf Leinwand
170 x 149 cm
Courtesy: Galerie nächst St. Stephan, Rosemarie Schwarzwälder, Wien
Foto: Stefanie Schwarzwimmer

Luisa Kasalicky
1927, (aus der Serie) 2011
Tempera, Öl auf Leinwand
55 x 60,5 cm
Courtesy: Galerie nächst St. Stephan, Rosemarie Schwarzwälder, Wien
Foto: Markus Wörgötter

Luisa Kasalicky
1927, (aus der Serie) 2013
Tempera, Öl auf Leinwand
55 x 60,5 cm
Courtesy: Galerie nächst St. Stephan, Rosemarie Schwarzwälder, Wien
Foto: Christopher Steinweber

Luisa Kasalicky
o.T., 2012
Bleistift auf Papier
40 x 53 cm
Courtesy: Luisa Kasalicky
Foto: Stefanie Schwarzwimmer

Luisa Kasalicky
Florenz, 2012
Bleistift auf Papier
40 x 53 cm
Courtesy: Luisa Kasalicky
Foto: Stefanie Schwarzwimmer

Luisa Kasalicky
Land, 2012
Bleistift auf Papier
40 x 53 cm
Courtesy Luisa Kasalicky
Foto: Stefanie Schwarzwimmer

Luisa Kasalicky
Roll orange über......, 2013
Bleistift auf Papier
30 x 42 cm
Courtesy Galerie nächst St. Stephan, Rosemarie Schwarzwälder

Luisa Kasalicky
Foto: maschekS.

Im Rahmen der Berichterstattung zur MSGR. OTTO MAUER-PREISTRÄGERIN 2013 ist das Fotomaterial honorarfrei verwendbar. Durch Klicken auf die Bilder gelangen Sie zu den Fotos in Originalgröße.