Msgr. Otto Mauer Preis 2019

In Weiterführung der Anliegen Msgr. Otto Mauers (1907-1973), der durch sein Engagement für zeitgenössische Kunst und junge KünstlerInnen internationale Anerkennung gefunden hat, verleiht der Otto Mauer Fonds Ende des Jahres zum neununddreißigsten Mal den Msgr. Otto Mauer-Preis für bildende Kunst (Malerei, Grafik, Skulptur, Objekte, Installationen, Neue Medien). Der Preis ist mit € 11.000,- dotiert und mit einer Ausstellung der Preisträgerin/des Preisträgers im JesuitenFoyer, 1010 Wien, (entfällt 2019 aufgrund von Umbauarbeiten) sowie umfangreicher Pressearbeit verbunden.

Der Msgr, Otto Mauer Preis 2019 wird von Nikolaus Krasa, Generalvikar der Erzdiözese Wien, am Mittwoch, den 4. Dezember 2019 um 19.30 Uhr in der Jesuitenkirche Wien, Dr. Ignaz-Seipel-Platz 1, 1010 Wien, an ALFREDO BARSUGLIA übergeben.

MMsgr. Otto Mauer Preis 2019
v.l.n.r.:
Georg Prantl,
Alfredo Barsuglia,
Nikolaus Krasa, Generalvikar
der Erzdiözese Wien
Foto ©: kathbild.at Franz Josef Rupprecht

Jury Msgr. Otto Mauer Preis 2019 v.l..n.r.
Günther Oberhollenzer,
Alfredo Barsuglia,
Johanna Schwanberg,
Ursula Hübner,
Gustav Schörghofer SJ
(nicht im Bild: Catrin Bolt)
Foto ©: kathbild.at
Franz Josef Rupprecht

Begründung der Jury
Die Jury des Msgr. Otto Mauer Preises 2019 bestehend aus Catrin Bolt (Msgr. Otto Mauer Preisträgerin 2015), Ursula Hübner (Professorin, Universität für künstlerische und industrielle Gestaltung Linz am Institut für Bildende Kunst und Kulturwissenschaften Malerei und Grafik), Günther Oberhollenzer (Kurator, Landesgalerie Niederösterreich, Krems), Johanna Schwanberg (Direktorin, Dom Museum Wien) und Gustav Schörghofer SJ entschied, den diesjährigen Msgr. Otto Mauer Preis Alfredo Barsuglia zuzuerkennen.

Besonders überzeugt hat die Jury, dass sich Alfredo Barsuglia in seinem umfangreichen Werk seit Jahren mit künstlerisch und gesellschaftspolitisch höchst relevanten Themen (Ökonomie, Ökologie, Umgang mit Natur, Funktion von Kunst/Kultur etc.) auseinandersetzt und diese in eine unverkennbare Bildsprache umsetzt.

Barsuglias künstlerisches Werk ist inhaltlich wie auch formal ausgesprochen vielgestaltig. Er arbeitet medien- und gattungsübergreifend, kreiert Malereien, Zeichnungen, Objekte, Performances, Videos und Rauminterventionen. Nie geht es um die bloße Präsentation eines einzelnen Werks, jede Malerei, jedes Objekt ist Teil eines größeren Ganzen, einer komplexen Geschichte. Aus hyperrealistischen Malereien, Skulpturen, verfremdeten Fundstücken der Natur wie auch der Alltagswelt und Industrie schafft er raumgreifende poetisch-irritierende Installationen, die oft auch die BesucherInnen in einem partizipativen Akt in das theatralische Geschehen miteinbeziehen. Ein feines Gespür für Materialitäten und ein subtiler Umgang mit Sprache in Form von pointierten Titeln zeichnen den Künstler aus, der seine Projekte ästhetisch laboriert und technisch gekonnt umsetzt.

Der Preisträger schafft alternative Orte im öffentlichen Raum, z.B. „Mariainsel“ in Fürstenfeld (2018), „Hotel Publik“ in Innsbruck (2013) oder „Social Pool“ in Kalifornien/USA (2014), die als Installationen im Alltag benützt werden können und gleichzeitig als artifizielle Fremdkörper verstören. Barsuglia spielt mit Fiktion und Realität, er entwickelt Räume für Räume, gestaltet Gegenräume und besetzt den Architekturraum bzw. bringt die Natur in den zivilisierten Raum, in Galerien wie Museen genauso, wie er umgekehrt mit seiner Kunst in die Natur geht. Er entwickelt theatralische Szenerien und kulissenhafte Gegenwirklichkeiten. Barsuglia reichert alltägliche Orte mit absurden Elementen an und stellt so die alltägliche Wahrnehmung der BetrachterInnen infrage. In der Auseinandersetzung mit dem eigenen Werk bricht er auch immer wieder den eigenen konzeptionellen Zugang und überrascht durch plötzliche Kehrtwendungen und Brüche.

Der Msgr. Otto Mauer Preis 2019 würdigt einen Künstler, der aktuelle Themen in einer unverwechselbaren Weise auf höchstem ästhetischem Niveau bearbeitet.

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Alfredo Barsuglia
Hotel Publik, 2013–2014
KÖR Tirol / Kunst im öffentlichen Raum Tirol, Innsbruck
Foto: Alfredo Barsuglia
© Bildrecht, Wien 2019

Msgr. Otto Mauer Preis
Seit 1981 verleiht der Otto Mauer Fonds der Erzdiözese Wien den Msgr. Otto Mauer Preis für bildende Kunst. Der Fonds wurde von Kardinal Dr. Franz König und dem Erben Msgr. Otto Mauers, Prälat Dr. Karl Strobl, gegründet. Aufgabe der Einrichtung ist es, das besondere Anliegen von Monsignore Otto Mauer, den Dialog zwischen Kirche, Kunst und Wissenschaft lebendig zu halten und weiterzuführen.

In den vergangenen 38 Jahren waren insgesamt rund 100 prominente VertreterInnen aus dem zeitgenössischen Kunstbereich – KünstlerInnen, KuratorInnen, MuseumsdirektorInnen und JournalistInnen – in der alljährlich wechselnden Jury vertreten.

Bisherige PreisträgerInnen
Folgende KünstlerInnen haben den Msgr. Otto Mauer Preis für bildende Kunst erhalten:
Alfred Klinkan (1981), Gottfried Mairwöger (1982), Erwin Bohatsch (1983), Erwin Wurm (1984), Gunter Damisch (1985), Franz West (1986), Gustav Troger (1987), Peter Kogler (1988), Brigitte Kowanz (1989), Christoph Luger (1990), Martin Walde (1991), Lois Renner (1992), Heimo Zobernig (1993), Tobias Pils (1994), Maria Hahnenkamp (1995), Otto Zitko (1996), Aglaia Konrad (1997), Gregor Zivic (1998), Manfred Erjautz (1999), Florian Pumhösl (2000), Michael Kienzer (2001), Dorit Margreiter (2002), Simon Wachsmuth (2003), Esther Stocker (2004), Jun Yang (2005), Bernhard Fruehwirth (2006), Ursula Mayer (2007), Isa Rosenberger (2008), Siggi Hofer (2009), Katrina Daschner (2010), Kamen Stoyanov (2011), Ralo Mayer (2012), Luisa Kasalicky (2013) Nilbar Güreş (2014), Catrin Bolt (2015), Andreas Fogarasi (2016), Toni Schmale (2017) und Anna Witt (2018).

Die eingereichten Unterlagen können am
Montag, 25. November 2019 von 15-19 Uhr und am
Dienstag, 26. November 2019 von 10-14 Uhr

in den Räumlichkeiten des Otto Mauer Zentrums, Währinger Straße 2-4, 1090 Wien abgeholt werden.
Eine Abholung durch Dritte ist möglich.
Bitte die Übernahmebestätigung bei der Abholung mitbringen.

Auf ausdrücklichen Wunsch können Unterlagen auf Kosten der/des Einreichenden per Post (Nachnahme) an die bei der Einreichung angegebene Adresse retourniert werden.
Nicht abgeholte oder vereinbarungsgemäß rückgesendete Unterlagen werden nach dem 31. Dezember 2019 vernichtet.

Archiv

Preisträgerin 2018 ANNA WITT

Preisträgerin 2017 TONI SCHMALE

Preisträger 2016 ANDREAS FOGARASI

Preisträgerin 2015 CATRIN BOLT

Preisträgerin 2014 NILBAR GÜRES

Preisträgerin 2013 LUISA KASALICKY

Preisträger 2012 RALO MAYER