Msgr. Otto Mauer Preis 2015

In Weiterführung der Anliegen Msgr. Otto Mauers (1907-1973), der durch sein Engagement für zeitgenössische Kunst und junge KünstlerInnen internationale Anerkennung gefunden hat, verleiht der Otto Mauer Fonds am 3. Dezember 2015 zum fünfunddreißigsten Mal den Msgr. Otto Mauer-Preis für bildende Kunst (Malerei, Grafik, Skulptur, Objekte, Installationen, Neue Medien). Der Preis ist mit € 11.000,- dotiert und mit einer Ausstellung der Preisträgerin/des Preisträgers im JesuitenFoyer (1010 Wien) sowie umfangreicher Pressearbeit verbunden.

Preisverleihung
Der Preis wurde von Generalvikar Dr. Nikolaus Krasa am Donnerstag, den 03. Dezember 2015, um 19.30 Uhr in den Festräumen des Erzbischöflichen Palais, Wollzeile 2, 1010 Wien, an Catrin Bolt übergeben.

Msgr. Otto Mauer Preis 2015
v.l.n.r.: Generalvikar Nikolaus Krasa, Catrin Bolt, Meinrad Handstanger
Foto: kathbild.at / Franz Josef Rupprecht

Ausstellungseröffnung

Freitag, 4. Dezember 2015 um 19.30 Uhr
JesuitenFoyer, Bäckerstraße 18, 1010 Wien
Catrin Bolt
Kapital und Interessen, meine Schulden groß und klein werden einst verrechnet sein

Ausstellungsdauer: 6. Dezember 2015 bis 24. Jänner 2016
Öffnungszeiten: Montag und Dienstag 16.00 – 19.00 Uhr sowie
Sonntag 12.00 – 13.00 Uhr
oder nach telefonischer Vereinbarung +0043 699 11 441 567
zwischen 21. Dezember 2015 und 9. Jänner 2016 sowie an Feiertagen geschlossen)

Der Eintritt ist frei.

Catrin Bolt
Fotoserie Guerilla-Skulpturen (Fluss), 2011
Foto: Catrin Bolt
© Bildrecht, Wien 2015

Begründung der Jury
Die Jury des Msgr. Otto Mauer Preises 2015, bestehend aus Rainer Fuchs, Luisa Kasalicky, Hubert Lobnig, Johanna Schwanberg und Gustav Schörghofer SJ, entschied einstimmig, den diesjährigen Msgr. Otto Mauer Preis Catrin Bolt zuzuerkennen.
„Mit Catrin Bolt wird eine Künstlerin ausgezeichnet, die in einer Tradition der konzeptionellen und institutionskritischen Kunst steht. Sie bewegt sich bewusst außerhalb des Kunstestablishments und fungiert als genaue Beobachterin von gesellschaftspolitischen Entwicklungen.
Bolt trifft in ihren Arbeiten konsequente Entscheidungen, die sie formal präzise formuliert. In ihrem interdisziplinären Ansatz verwendet sie vielfältige Medien, insbesondere Sprache, Fotografie, Video und Performance; dabei kommen eigene und fremde Materialien sowie Artefakte zum Einsatz.
In den Arbeiten Catrin Bolts schwingt bei allem ernsthaften politischen Engagement stets eine feine Ironie mit. Die Jury schätzte beispielsweise den Witz ihrer temporären ‚Guerilla-Skulpturen’ (2011); diese bestehen aus zusammenklappbaren Holzsesseln, die Bolt an für Skulpturen typischen Orten, wie Kreisverkehren oder vor Bahnhöfen aufbaute, fotografierte und wieder abbaute.
Bolts Werke im öffentlichen Raum setzen sich mit der Denkmalkultur auseinander. In kritischer Weise bezieht sie die geschichtliche und gegenwärtige Situation des jeweiligen Orts mit ein. Auf dem Gelände des ehemaligen Zwangsarbeitslagers Viehofen in St. Pölten, das heute mit einem Schotterteich als Naherholungsgebiet dient, stellte Bolt 2010 ‚Orientierungstafeln’ auf. Sie ähneln auf den ersten Blick vertrauten Wanderkarten. Doch die Luftaufnahmen der Alliierten zeigen die Situation zum Ende des Zweiten Weltkriegs mit den Lagern. Ein roter Punkt markiert den Betrachterstandpunkt und verbindet Vergangenheit und Gegenwart.
Besonders überzeugte die Jury, dass sich die Arbeiten von Catrin Bolt vor dem Hintergrund der aktuellen weltweiten gesellschaftlichen Umbrüche bewähren, ja geradezu an Aktualität noch dazu gewonnen haben. Deutlich wird dies am Beispiel des Mahnmals ‚Alltagsskulpturen’ (2014), in dem Bolt in großen Lettern Texte von Holocaustüberlebenden auf die Gehsteige jener Orte schrieb, an denen die Ereignisse stattfanden. Ein Ort dieser Interventionen war unter anderem der Bahnsteig 5 des Wiener Westbahnhofs, der in den letzten Wochen zu einem der Kristallisationspunkte der Flüchtlingsthematik wurde.
Der Otto Mauer Preis 2015 wird somit einer Künstlerin verliehen, die sich nicht scheut, brisante Themen aufzugreifen. Ihre Arbeiten sind gekennzeichnet durch die Gleichzeitigkeit von Geschichtsbewusstsein und gesellschaftlichem Engagement, konzeptuellem Kalkül und ästhetischem Anspruch.“

Bisher wurde der Msgr. Otto Mauer-Preis verliehen an:
Alfred Klinkan (1981),
Gottfried Mairwöger (1982),
Erwin Bohatsch (1983),
Erwin Wurm (1984),
Gunter Damisch (1985),
Franz West (1986),
Gustav Troger (1987),
Peter Kogler (1988),
Brigitte Kowanz (1989),
Christoph Luger (1990),
Martin Walde (1991),
Lois Renner (1992),
Heimo Zobernig (1993),
Tobias Pils (1994),
Maria Hahnenkamp (1995),
Otto Zitko (1996),
Aglaia Konrad (1997),
Gregor Zivic (1998),
Manfred Erjautz (1999),
Florian Pumhösl (2000),
Michael Kienzer (2001),
Dorit Margreiter (2002),
Simon Wachsmuth (2003),
Esther Stocker (2004),
Jun Yang (2005),
Bernhard Fruehwirth (2006),
Ursula Mayer (2007),
Isa Rosenberger (2008),
Siggi Hofer (2009),
Katrina Daschner (2010),
Kamen Stoyanov (2011),
Ralo Mayer (2012),
Luisa Kasalicky (2013) und
Nilbar Güres (2014).

Im Interesse der Fortführung der Sammlung Otto Mauer im Erzbischöflichen Dom- und Diözesanmuseum Wien beabsichtigt der Otto Mauer Fonds eine repräsentative Arbeit der Preisträgerin/des Preisträgers zu erwerben.

Catrin Bolt
Alltagsskulpturen Mahnmal, 2014
Praterhauptallee
Foto: Catrin Bolt
© Bildrecht, Wien 2015

Information für einreichende KünstlerInnen:
Abholung der eingereichten Unterlagen
Die eingereichten Unterlagen können am Freitag, 6. November 2015 von 10 – 18 Uhr in den Räumlichkeiten des Otto Mauer Zentrums, Währinger Straße 2-4, 1090 Wien abgeholt werden. Eine Abholung durch Dritte ist möglich.
Auf Wunsch können Unterlagen auf Kosten der/des Einreichenden per Post (Nachnahme) retourniert werden. Bitte nehmen Sie dazu mit uns Kontakt auf.
Nicht abgeholte oder vereinbarungsgemäß rückgesendete Unterlagen werden nach dem 7. Dezember 2015 vernichtet.

Msgr. Otto Mauer Preis Ausschreibung 2015

Organisation
Otto Mauer Fonds
MMag. Lisa Simmel, Geschäftsführerin
Währinger Straße 2–4, 1090 Wien
T 0043 1 51 552 DW 5103
E office@otto-mauer-fonds.at

Presse
Mag. Christina Werner
w.hoch.2wei, Kulturelles Projektmanagement
Breite Gasse 17/4, Wien 7
T 0043 1 524 96 46 DW 22
F 0043 1 524 96 32
E werner@kunstnet.at

Msgr. Otto Mauer Preis 2014 NILBAR GÜRES

Preisverleihung
Der Msgr. Otto Mauer Preis wurde von Generalvikar Dr. Nikolaus Krasa am Dienstag, den 9. Dezember 2014, um 19.30 Uhr in den Festräumen des Erzbischöflichen Palais, Wollzeile 2, 1010 Wien, an Nilbar Güreş verliehen.

Ausstellungseröffnung:
Mittwoch, 10. Dezember 2014 um 19.30 Uhr
JesuitenFoyer, Bäckerstraße 18, 1010 Wien

Öffnungszeiten: Montag und Dienstag 16.00 – 19.00 Uhr sowie
Sonntag und an Feiertagen 12.00 – 13.00 Uhr
oder nach telefonischer Vereinbarung +0043 699 11 441 567
Zwischen 24. Dezember und 7. Jänner bleibt die Ausstellung geschlossen.
Ausstellungsdauer: 14. Dezember 2014 bis 1. Februar 2015
Der Eintritt ist frei.

Msgr. Otto Mauer Preis 2014
v.l.n.r.: Georg Prantl, Generalvikar Nikolaus Krasa, Nilbar Güreş, Gustav Schörghofer
Foto: kathbild.at / Rupprecht

Begründung der Jury
Die Jury des Msgr. Otto Mauer Preises 2014, bestehend aus Martin Hochleitner, Gabriele Rothemann, Johanna Schwanberg, Kamen Stoyanov und Gustav Schörghofer SJ, entschied einstimmig, den diesjährigen Msgr. Otto Mauer Preis Nilbar Güres zuzuerkennen.

„Die in Istanbul geborene Künstlerin lebt und arbeitet in Wien und Istanbul. In ihren Arbeiten greift sie in direkter und authentischer Weise gesellschaftspolitisch relevante Themen auf, ohne dabei klischeehaft zu wirken. Nilbar Güres erzählt Geschichten über Geschlechterkonstruktionen, Sozialisierungsprozesse von Frauen, soziale Normen und Familienstrukturen. Sie nähert sich zentralen Fragen weiblicher Identität in unterschiedlichen kulturellen Kontexten an und überschreitet dabei die Trennungen von persönlich-privater und politischer Sphäre. Mit großer Ernsthaftigkeit und zugleich einem subtilen Humor erzählt sie auf authentische Weise berührende und nachdenklich stimmende Geschichten, die sie in starken Bildern umsetzt. In ihrer Kunst knüpft sie direkt an die Alltagserfahrung der Menschen an, die sich im Bild spiegeln und erkennbar wiederfinden und öffnet gleichzeitig in der künstlerischen Fiktion ein weites Feld der Fantasie – unprätentiös und unideologisch.
Nicht nur Ihre Fragestellungen stammen aus beiden Kulturkreisen; Nilbar Güres bezieht gleichermaßen beide kunsthistorischen und ästhetischen Traditionen in ihre Arbeiten ein, so kombiniert sie orientalische Ornamentik mit westlicher Ikonographie. Anerkennend hob die Jury die unterschiedlichen Medien und Materialitäten, Papier, Video, Skulptur und Textil, hervor, welche die Künstlerin in ihren Arbeiten einsetzt.
Besonders überzeugte die Jury die selbstbewusste Arbeit einer Künstlerin mit Migrationshintergrund, der in diesem Fall nicht negativ besetzt, sondern Luxus und Vorteil ist; der Vorteil zwei Hintergründe zu haben und aus diesem Reichtum zu schöpfen, beeindruckte die Jury.
Mit Nilbar Güres wird eine starke Persönlichkeit ausgezeichnet, die in ihren Arbeiten Kulturkreise verbindet, Gespräche anstößt und Kommunikationsprozesse aufbaut.“

Nilbar Güreş
YOL AYRIMI TrabZONE SERİSİ’nden /
JUNCTION from the TrabZONE SERIES, 2010
C-Print
100 x 150 cm
Edition 5 + 1 A.P.
Courtesy Galerie Martin Janda, Wien / RAMPA Istanbul

Nilbar Güreş
Ergen Odasi / Adolescent Room, 2014
Textilfarbe, Textil, Perlen, Stickerei auf rotem Stoff
104 x 123 cm
Courtesy: Galerie Martin Janda, Wien

Msgr. Otto Mauer Preis 2013 LUISA KASALICKY

Msgr. Otto Mauer Preis 2013
v.l.n.r.: Kardinal Christoph Schönborn, Luisa Kasalicky
Foto: kathbild.at / Rupprecht

Msgr. Otto Mauer Preisverleihung:
am Mittwoch, 4. Dezember 2013 um 19.30 Uhr
durch Erzbischof Kardinal Dr. Christoph Schönborn OP
an Luisa Kasalicky
im Erzbischöflichen Palais, Wollzeile 2, 1010 Wien.

Ausstellungseröffnung:
Donnerstag, 5. Dezember 2013 um 19.30 Uhr
JesuitenFoyer, Bäckerstraße 18, 1010 Wien
Ausstellungsöffnungszeiten bis 26. Jänner 2014:
Montag und Dienstag 16–19 Uhr, an Sonn- und Feiertagen 12–13 Uhr
und nach telefonischer Vereinbarung: T 0043 1 512 52 32 – 0;
geschlossen von 24. Dezember 2013 bis einschließlich 05. Jänner 2014

Luisa Kasalicky
Frontispiz: Juxtaposition 2013
Ausstellungsansicht: Burgkapelle im MMKK, Museum moderner Kunst Kärnten, Klagenfurt
Foto: Ferdinand Neumüller

JURY
Die Jury für den Msgr. Otto Mauer Preis 2013 bestand aus Hildegund Amanshauser, Siggi Hofer, Johanna Kandl, Johanna Schwanberg und Gustav Schörghofer SJ.

Msgr. Otto Mauer Preis Jurybegründung 2013

Msgr. Otto Mauer Preis Ausschreibung 2013

Msgr. Otto Mauer Preis 2012 RALO MAYER

Msgr. Otto Mauer Preisträger 2013 ist der in Eisenstadt geborene, derzeit in Wien lebende und arbeitende Künstler Ralo Mayer.

Die Jury für den Msgr. Otto Mauer Preis 2012 bestand aus Stella Rollig, Isa Rosenberger, Johanna Schwanberg, Christoph Steinbrener und Gustav Schörghofer SJ.
Msgr. Otto Mauer Preis Jurybegründung 2012

Msgr. Otto Mauer Preisverleihung an RALO MAYER:
Dienstag, 27. November 2012 um 19.30 Uhr
im Erzbischöflichen Palais, Wollzeile 2, 1010 Wien

Ralo Mayer wurde 1976 in Eisenstadt geboren und lebt und arbeitet heute in Wien. Er studierte von 1998 bis 2004 an der Akademie der Bildenden Künste in Wien in der Klasse für Konzeptuelle Kunst bei Renée Green und Marina Gržinić. Mayers Arbeiten verfolgen ein breites Themenspektrum zwischen postfordistischen Realitäten, Raumfahrtsgeschichte, höherdimensionalen Geometrien und anderer Science Fiction. Seine künstlerische Praxis orientiert sich am Konzept der performativen Untersuchung. Im Mittelpunkt steht immer wieder die Frage, wie wir mit und durch Modellwelten in der Wirklichkeit handeln, aber auch eine von objekt-orientierter Philosophie beeinflusste Analyse globaler Netzwerke zwischen Natur und Gesellschaft. Seine medienübergreifenden komplexen Settings sind geprägt von „Übersetzungen“ zwischen Formaten wie Video, Film, Performance, Rauminstallation und Text.

Ausstellungseröffnung:
RALO MAYER “In short, space is the name for the fact that things fail to be in direct contact without being outside all contact entirely.“
(Aber da meint Graham Harman eigentlich nicht den Weltraum)
Donnerstag, 29. November 2012 um 19.30 Uhr
JesuitenFoyer, Bäckerstraße 18, 1010 Wien

In der Ausstellung im Jesuitenfoyer präsentiert Ralo Mayer Ausschnitte zweier Werkreihen: einer Untersuchung des historischen Experiments “Biosphere 2”, bei dem von 1991-93 acht Menschen autark in einer Miniaturwelt unter Glas lebten, sowie einer Erkundung der globalen Veränderungen der letzten Jahrzehnte, bei dem die Raumfähren des Space Shuttle Programms zu Vehikeln einer alternativen Geschichtsschreibung werden.
Das im Ausstellungstitel verwendete Zitat des Philosophen Graham Harman verweist einerseits auf den Weltraum als wiederkehrendes Motiv in Mayers Arbeiten, aber auch auf das Interesse des Künstlers für Zusammenhänge scheinbar weit entfernter Objekte – von den Apparaturen des frühen Kinos bis zu unterschiedlichen Krisen der Gegenwart.

Ausstellungsdauer: 2. Dezember 2012 bis 15. Jänner 2013
Öffnungszeiten: Montag und Dienstag 16.00 – 19.00 sowie
Sonntag und an Feiertagen 12.00 – 13.00
oder nach telefonischer Vereinbarung +43/1/512 5232-0
Zwischen 24. Dezember und 1. Jänner bleibt die Ausstellung geschlossen.
Eintritt frei!